Kite Man: Wie der belächelte Schurke aus Gotham zum Star wurde
Die Antwort in Kürze
Kite Man, mit richtigem Namen Charles „Chuck“ Brown, erscheint in Batman #133 mit dem Datum August 1960, erschaffen von Bill Finger und Dick Sprang. Sein Prinzip: Drachen, die zu Waffen und zu Fluchtmitteln umgebaut werden. Von Tom King wieder nach vorn geholt, hat er seine eigene Animationsserie bekommen, Kite Man: Hell Yeah!, die ab dem 18. Juli 2024 auf Max läuft.
Inhaltsübersicht
Ein Schurke mit Drachen, im Jahr 1960
Man muss sich in die Zeit zurückversetzen. In den Jahren vor 1960 baut sich die Galerie von Gotham durch das Anhäufen einfacher Ideen auf: ein Kalendermann, ein Rätselmann, ein Pinguinmann. Jeder Verbrecher erhält einen Gegenstand und eine Obsession, und der Leser erkennt die Figur, noch bevor er ihren Namen gelesen hat. Kite Man entsteht aus dieser Mechanik, mit einem Requisit, das zuvor niemand gewagt hatte: dem Drachen.
Sein erster Auftritt liegt in Batman #133 mit dem Datum August 1960, aus der Feder von Bill Finger und dem Zeichenstift von Dick Sprang. Finger ist der Mitschöpfer der Hauptfigur, wie unser Artikel über die Schöpfer von Batman ausführlich erzählt, und Sprang hat dieser Zeit einen guten Teil ihres Aussehens gegeben. Anders gesagt: Kite Man ist keine Schöpfung zweiter Klasse, er stammt aus denselben Händen wie der Rest.
Das Problem kommt vom Gadget. Ein Drachen hängt vom Wind ab, verheddert sich, reißt, und er erlaubt es weder zu überraschen noch sauber zu entkommen. In einer Stadt, in der die Gegner des Dunklen Ritters am Ende über Angstgas und Rüstungen verfügen, macht diese Fragilität aus der Figur eher eine amüsante Anomalie als eine Bedrohung.
Das Gimmick
Drachen, die zu Waffen und zu Fluchtmitteln umgebaut werden, in einer Stadt, die nachts lebt.
Die Autoren
Bill Finger am Drehbuch, Dick Sprang am Zeichenstift, im August 1960 in Batman #133.
Der Schwachpunkt
Das Werkzeug hängt vom Wind ab: Es macht die Figur erkennbar, niemals wirklich gefährlich.
Jahrzehnte in der zweiten Reihe
Lange Zeit gehört Kite Man zu jenen Gestalten, die die Autoren für die Dauer eines einzigen Panels hervorholen, oft um ein Schmunzeln zu erzeugen. Er gehört zur selben Familie wie die Gegner, die in unserem Rundgang durch die unbekanntesten Feinde aufgeführt sind: Figuren, die im Schwung einer Epoche entstanden und von der Entwicklung des Tons eingeholt wurden.
Diese Randstellung ist kein Fluch. Ein zu stark ausgeformter Schurke engt die Autoren ein; ein Schurke, der eine Skizze geblieben ist, lässt ihnen Platz. Das erklärt, warum manche kleineren Schöpfungen die Jahrzehnte durchqueren, ohne jemals ganz zu verschwinden, während andere, im Moment ihrer Entstehung gelungener, aus Platzmangel verlöschen.
Um die Konkurrenz zu verstehen, genügt ein Blick darauf, wer in dieser Zeit im Vordergrund steht. Der Joker zieht den Großteil der Aufmerksamkeit auf sich, und die Gestalten, die einen ganzen Handlungsbogen tragen können, aufgelistet in unserem Guide zu den Feinden von Batman, lassen einem Mann, der auf den Wind wartet, kaum Platz.
Man muss auch den Publikationsrhythmus jener Zeit berücksichtigen. Ein monatlicher Titel verbraucht Ideen in einem Tempo, das nichts sättigt, und jedes Heft verlangt einen unbekannten Gegner. Viele dieser Schöpfungen waren für eine einzige Geschichte gedacht, ohne Plan für eine Rückkehr, und verschwanden sofort wieder. Dass Charles Brown diese Auslese überstanden hat, liegt weniger an seiner Qualität als an seinem Bild: Ein Mann, der über Gotham an einem Drachen hängt, erzeugt ein Panel, das man nicht vergisst, selbst wenn man die Handlung darum herum vergisst.
Der Schlüsselpunkt
Kite Man hat nicht überlebt, weil er wirksam war, sondern weil er wiedererkennbar war. In einer so prall gefüllten Galerie ist das manchmal das Einzige, was zählt.

Unsere Auswahl
Schlüsselanhänger Schläger von Harley Quinn
Der Schläger aus verchromtem Metall, rote Streifen und eine gravierte Inschrift entlang des Griffs. Der Gruß im Taschenformat an die Bande von Gotham, auf der Seite der Schurken.
Zum Produkt — 15,90 € →Tom King, Heft Nummer 6 und ein Spruch, der Kult wurde
Die Wende kommt von einem modernen Run. Als Tom King die Serie Batman für DC Rebirth übernimmt, greift er sich die Figur und macht aus ihr einen Stammgast. Der Umschwung hängt an einem Spruch: „Kite Man. Hell yeah!“, der zum ersten Mal in Heft Nummer 6 dieses Runs auftaucht.
Die Geschichte dieses Satzes verdient es, erzählt zu werden, denn sie erklärt viel von allem, was folgt. Tom King hat öffentlich erklärt, dass er aus einer Füllung in letzter Minute stammt, als ihm bei einem Heft die Zeit fehlte, und aus einem wiederkehrenden Witz, den er in den sozialen Netzwerken machte. Anders gesagt: Das Markenzeichen der Figur ist ein eingestandener Schreibunfall.
Das Verfahren erinnert an andere unvorhergesehene Erfolge dieses Korpus. Viel von dem, was den Dunklen Ritter heute ausmacht, kommt aus punktuellen Einfällen, die behalten wurden, weil sie funktionierten, wie die Entwicklung des Kostüms im Lauf der Jahrzehnte zeigt. Ein Spruch, der hingeworfen wurde, um eine Seite zu füllen, kann zur Identität einer Figur werden.
Irrtümer
- Der Spruch soll aus den 1960er-Jahren stammen. Er erscheint in Heft Nummer 6 des Runs von Tom King, nicht bei der Erschaffung.
- Kite Man soll eine neue Erfindung sein. Er existiert seit Batman #133, im August 1960.
- Es soll eine rein komische Figur sein. Der komische Antrieb ist modern; ursprünglich ist er ein Verbrecher mit Gimmick.
Warum ein gescheiterter Schurke sympathisch wird
Es gibt eine Logik hinter diesem späten Erfolg. Gotham ist von Gestalten bevölkert, die sich äußerst ernst nehmen, und Humor ist dort selten. Eine Figur, die mit Beständigkeit scheitert, bringt Luft hinein, und sie tut es ohne das Dekor zu beschädigen: Niemand glaubt, dass Kite Man gewinnen wird, also verlangt niemand von ihm, glaubwürdig zu sein.
Diese Funktion ist in der populären Fiktion nicht neu, aber sie bekommt hier einen besonderen Wert. Der Dunkle Ritter ist durch seine Vorbereitung und seinen Ernst definiert, zwei Züge, die in unserem Dossier über Bruce Wayne im Detail beschrieben werden. Ihm gegenüber zeigt ein Gegner, der scheitert, das Maß dieses Ernstes besser als ein Gegner, der gewinnt.
Das Publikum wiederum hängt sich an das, was bleibt. Ein Mann, der trotz der Niederlagen zurückkommt, stellt am Ende etwas dar: Beharrlichkeit ohne Talent, Lust ohne Mittel. Das ist ein komischer Antrieb, aber es ist auch ein menschlicher, und genau das hat die Animationsserie ausgenutzt.
Schließlich ist es eine Frage der Dosierung. Eine dauerhaft komische Figur würde der Stadt ihre Spannung nehmen, und darum bleibt dieses Register in den gedruckten Erzählungen in der Minderheit. Das richtige Maß besteht darin, ihn genug auftreten zu lassen, dass man ihn erwartet, und nie so oft, dass man ihn überhat — genau das hat Tom King getan, indem er ihn tupfenweise in einen ansonsten sehr düsteren Run eingestreut hat.

Unsere Auswahl
Bewegliche Actionfigur Harley Quinn
Bewegliche Actionfiguren in der Fensterbox, darunter die Version von Harley mit ihrem Schläger und ihrer Jacke. Die Abteilung, in der die Nebenfiguren von Gotham endlich plastisch existieren.
Zum Produkt — ab 16,05 € →Die Animationsserie, und seine eigene
Die Figur verdankt ihre heutige Bekanntheit der Animation. In der Serie Harley Quinn wird Kite Man von Matt Oberg gesprochen, und er nimmt dort einen viel größeren Platz ein als in den Comics jener Zeit. Der Ton dieser Serie — erwachsen, redselig, auf die Nebenrollen ausgerichtet — passt genau zu einem Schurken, den niemand fürchtet.
Im März 2022 wird eine abgeleitete Serie unter dem Arbeitstitel Noonan's angekündigt. Sie erscheint schließlich unter dem Namen Kite Man: Hell Yeah! und läuft ab dem 18. Juli 2024 auf Max, mit Matt Oberg, der die Rolle wieder übernimmt. Der Weg ist schwindelerregend: Ein 1960 erschaffener Verbrecher mit Drachen bekommt vierundsechzig Jahre später seine eigene Serie.
Diese Laufbahn steht nicht allein. Die Animation hat oft als Startbahn für Gestalten aus Gotham gedient, die auf dem Papier am Rand geblieben sind, wie unser Panorama der Animationsserien und das der Animationsfilme in Erinnerung rufen.
Der Weg in Daten
Harley Quinn, Poison Ivy und die Bande von Gotham
Kite Man lebt nicht allein. Er gehört zu einer Gruppe von Figuren, die die Animationsserie wieder ins Zentrum gerückt hat: Schurken aus der zweiten Reihe, Stammgäste einer Bar, Verbrecher, die mehr miteinander reden als dass sie kämpfen. Der Kopf dieser Gruppe ist Harley Quinn, deren Laufbahn dieses Register erst möglich gemacht hat.
Die Beziehung zwischen Harley und Poison Ivy nimmt in derselben Serie übrigens einen zentralen Platz ein, und das Dossier über Ivy zeigt, wie eine Figur, die als punktuelle Gegnerin erschaffen wurde, zu einer Hauptfigur geworden ist. Die Bewegung, die Kite Man trägt, ist dieselbe: Der Rand ist zum Thema geworden.
Um jede Figur einzuordnen, dient das Panorama der Figuren des Batman-Universums als Karte. Dort lässt sich ermessen, wie breit diese Galerie ist und wie viele ihrer Gestalten noch auf ihren Auftritt warten.
Diese Verschiebung hat eine konkrete Folge für die Art, das Universum zu entdecken. Lange Zeit bedeutete der Einstieg nach Gotham, mit dem Dunklen Ritter zu beginnen und dann die Liste seiner Feinde nach Gefährlichkeit abzuarbeiten. Heute kann ein Leser über eine Animationsserie einsteigen, die sich auf Nebenrollen konzentriert, und anschließend zu den Gründungserzählungen aufsteigen. Die Reihenfolge hat sich umgekehrt, und die Figuren, die früher in den Hintergrund des Panels verbannt waren, dienen heute als Eingangstür.
Klar gesagt
Die Bekanntheit von Kite Man kommt nicht aus den neueren Comics, sondern aus der Animation, und sie profitiert von einer größeren Bewegung: Seit zehn Jahren haben die Nebenrollen von Gotham das Mikrofon ergriffen.

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Cosplay Poison Ivy
Ein grünes Paillettenkleid, passende Stulpen, ein Efeukranz und eine rote Perücke. Das Kostüm, das zur anderen Hälfte des am meisten verfolgten Duos der Animationsserie passt.
Zum Produkt — 59,90 € →Was der Fall Kite Man über die Galerie von Gotham verrät
Es gibt eine Lehre in diesem Weg, und sie reicht über die Figur hinaus. Eine Galerie von Schurken altert schlecht, wenn sie allein auf der Bedrohung ruht: Nach einigen Jahrzehnten ist schon alles zerstört worden, und jeder neue Gegner muss härter zuschlagen als der vorherige. Die Nebenfiguren bieten einen Ausweg aus dieser Überbietung, weil sie es erlauben, etwas anderes zu erzählen als das Ende der Welt.
Gotham eignet sich dafür besonders, weil die Stadt wie ein Organismus und nicht wie eine Kulisse gebaut wurde. unser Artikel über die verfluchte Stadt beschreibt diese Mechanik: Eine Stadt, die ihre eigenen Monster herstellt, stellt auch kleine her, und es sind diese, die sie für eine Erzählung bewohnbar machen.
Schließlich erinnert der Fall Kite Man daran, dass eine Figur niemals endgültig ihrer Epoche gehört. Eine Schöpfung, die fünfzig Jahre lang als lächerlich galt, kann zur Hauptattraktion werden, sobald ein Autor den richtigen Winkel findet. Das ist eine gute Nachricht für die Dutzenden Gestalten, die noch in den Archiven schlummern.
Zum Mitnehmen
In einer mit Bedrohungen gesättigten Galerie ist die Seltenheit nicht die Macht: Es ist die Leichtigkeit. Kite Man hat sechzig Jahre gebraucht, um davon zu profitieren, aber er hat besser davon profitiert als jeder andere.
Das Universum zu Hause weiterführen
Das Sortiment folgt derselben Bewegung wie die Erzählungen: lange dem Dunklen Ritter vorbehalten, macht es heute den Nebenrollen Platz. Die Actionfiguren von Harley Quinn und die Kostüme von Harley Quinn besetzen das Feld, und die Joker-Kostüme vervollständigen die Bande.
Für den Alltag genügen die Schlüsselanhänger, die Pins und die Handyhüllen, um eine Vorliebe ohne Kostüm zu zeigen. Die Poster und die Batman-Actionfiguren bleiben die Grundlage einer Sammlung, und die Geschenkideen versammeln die sicheren Werte. Der Guide zu den Merchandise-Produkten erklärt, wie man weitermacht, ohne anzuhäufen.
Der richtige Reflex
Eine Sammlung von Nebenrollen hält besser zusammen als eine Sammlung von Helden: Die Silhouetten sind vielfältiger, die Farben auch, und das Ganze erzählt die Stadt statt eines einzigen Mannes.

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Kostüm-Overall Harley Quinn
Ein enger Overall in Rot und Schwarz, Rauten an den Beinen und ein Stehkragen. Das komplette Kostüm, für alle, die die ganze Silhouette wollen statt eines Accessoires.
Zum Produkt — 89,90 € →Häufige Fragen zu Kite Man
Wann ist Kite Man aufgetaucht?
In Batman #133 mit dem Datum August 1960, erschaffen von Bill Finger und Dick Sprang. Sein richtiger Name ist Charles „Chuck“ Brown, und sein Prinzip beruht auf Drachen, die zu Waffen und zu Fluchtmitteln umgebaut werden.
Woher kommt der Spruch „Kite Man. Hell yeah!“?
Aus dem Run von Tom King an Batman: Er erscheint in Heft Nummer 6. Der Autor hat erklärt, dass er aus einer Füllung in letzter Minute und aus einem Witz stammt, den er in den sozialen Netzwerken machte.
Wo kann man Kite Man in einer Serie sehen?
In der Animationsserie Harley Quinn, in der er von Matt Oberg gesprochen wird, und dann in seiner eigenen Serie, Kite Man: Hell Yeah!, die ab dem 18. Juli 2024 auf Max läuft, mit demselben Sprecher.
Ist er ein ernsthafter Gegner für Batman?
Nein, und genau darin liegt sein Reiz. Sein Gadget hängt vom Wind ab, er scheitert mit Beständigkeit, und diese Beständigkeit ist zu seiner Identität geworden. In einer Galerie, in der alle die Stadt zerstören wollen, besetzt er einen Platz, den ihm niemand streitig macht.
Warum bringt sein richtiger Name zum Schmunzeln?
Weil er Charles Brown heißt, ein Name, den viele Leser mit einer ganz anderen Figur der Populärkultur verbinden, die ebenfalls für ihre wiederholten Misserfolge und für einen Drachen bekannt ist, der nie so fliegt wie geplant. Dieser Zufall hat die komische Neulesung der Figur stark befeuert.
1960 mit einem unmöglichen Requisit erschaffen, jahrzehntelang verspottet, durch einen in der Eile geschriebenen Spruch neu gestartet und dann Hauptattraktion seiner eigenen Serie: Wenige Figuren aus Gotham haben einen so unwahrscheinlichen Weg hinter sich.